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Category Archives: Rezensiert
Rezension: Eine dunkle und Grimmige Geschichte
Eine dunkle und GRIMMige Geschichte
Adam Gidwitz
arsEdition
erschienen am: 8.Juni 2011
256 Seiten
ISBN: 978-3760783666
12,95€
Leser, nimm Dich in Acht!
Was nun folgt, ist ein Märchen.
Ein Märchen?, wirst Du vielleicht denken. Märchen sind doch Kinderkram.
Doch in diesem Märchen hüpfen keine kleinen Mädchen mit roten Kappen fröhlich durch den Wald.Was zwischen diesen Seiten auf dich lauert,
ist die wahre Geschichte von Hänsel und Gretel – ein Märchen voller dunkler Zauberer, gefährlicher Hexen und todbringender Drachen.Tritt ein.
Dieses Märchen ist furchterregend, sicherlich blutig und definitiv nichts für Angsthasen; aber anders, als alle anderen Märchen, die du kennst, ist dieses hier wahr.
Buch: Es ist ein kleines, handliches Hardcover-Buch, natürlich mit Schutzumschlag. Die Innenseiten des Covers sind märchenhaft dunkelrot. Durch den Schutzumschlag und das knappe Format ist die Haptik ganz ausgezeichnet und da es ein relativ dünnes Buch ist, kann man es völlig schmerzfrei lange in den Händen halten und in einem Rutsch lesen.
Autor: Adam Gidwitz verbrachte seine Kindheit in Baltimore, USA. Heute lebt er in Brooklyn, New York, und unterrichtet größere und nicht ganz so große Kinder an der Saint Ann’s Grundschule. Adam schreibt nur über Dinge, die er selbst erlebt hat. All die dunklen und grimmigen Gefahren, in die Hänsel und Gretel geraten, sind auch Adam passiert. Und sie passieren jedem, der einmal ein Kind war.
Cover: Das Cover, bzw. der Schutzumschlag ist unheimlich aufwendig und wunderschön gruselig gestaltet. Vor einem dunkelblauen Hintergrund sieht man zwei Kinder – Hänsel und Gretel, mit blutigem Schwert und goldenem Apfel in den Händen – zwischen knorrigen alten Bäumen stehen. Die Äste der Bäume sehen aus, als wären es Hände, die die Kinder schützen (oder auch nach ihnen greifen), die Stämme haben schaurige Gesichter. Oben auf den Ästen sitzen drei Raben. Rechts von Hänsel und Gretel stehen König und Königin mit grimmigen Gesichtern hinter dem Baum, auf der linken Seite ein böser Drache. Alles ist schwarz und sieht aus wie ein Scherenschnitt, nur die Augen des Königspaares, der Raben und des Drachen leuchten gelb, außerdem sind der Apfel und das Schwert farbig. Der Titel ist auf der oberen Hälfte zwischen den Baumstämmen ins Papier geprägt, die Schriftart ist ebenso schaurig wie der Rest des Covers. Die Buchstaben sind gelb, bis auf das Wortteil “Grimm”, welches sich weiß abhebt.
Ich finde das Cover alleine schon so ansprechend und gelungen, dass mir dieses Buch garantiert im Laden aufgefallen wäre und ich es garantiert in die Hand genommen hätte.
Inhalt: Eigentlich sind in dem Buch einige der bekannten und weniger bekannten Märchen der Gebrüder Grimm erzählt, so zum Beispiel “der treue Johannes” oder “die sieben Schwalben”, allerdings so umformuliert, dass sich alles um Hänsel und Gretel dreht. Sie sind im gesamten Buch die Hauptcharaktere.
Meinung: Irgendwie fand ich es gut, auf eine seltsame Art und Weise echt gelungen. Die Märchen waren mir vorher nicht alle bekannt und ich muss zugeben, dass ich nicht weiß, wieviel davon noch dem Original entspricht und was der Autor dazu erfunden hat. Aber ich finde überhaupt die Idee, viele Märchen zu einer langen Geschichte zu verknüpfen super. Es ist sehr brutal und blutrünstig – ich glaube so waren die Märchen wirklich und wurden nur für die Kinder verniedlicht – aber auch spannend und hin und wieder mit glücklichen Momenten. Die Aufmachung der Geschichte ist gut,die Kommentare des Autors mitten in einem Kapitel – also einem Märchen – sind witzig und gleichzeitig warnend. So steht öfter dort, dass die Kinder, so denn welche zuhören, nun ins Bett sollten, weil es auf der nächsten Seite nicht mehr jugendfrei ist. Diese Warnung wird dann öfter wiederholt und verschärft und beschert einem wenigstens ein Schmunzeln, wenn nicht sogar ein Lachen ins Gesicht. Selbst das Ende ist irgendwie kein Ende, denn wenn man denkt “gut, Märchen vorbei, alles gut/doof/gelungen/Happy-End/mies/traurig/… legt der Autor doch noch ein Kapitel nach.
Von mir gibt es für dieses Buch vier Sterne. Der fünfte fehlt nur deshalb, weil es halt kein Überflieger ist, sondern einfach ein sehr gutes Buch.
Herzlichen Dank an arsEdition und BloggDeinBuch.de für dieses tolle Buch. Bestellen könnt ihr es direkt beim Verlag, einfach hier lang -> Eine dunkle und Grimmige Geschichte
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Rezension: Vor dem Regen kommt der Tod
Vor dem Regen kommt der Tod
Lieneke Dijkzeul
Deutscher Taschenbuch Verlag (dtv premium)
erschienen am: 1.September 2011
336 Seiten
ISBN: 978-3423248556
14,90€
Plötzlich war er da.
Direkt hinter ihr.
Leise wie eine Katze.Eine junge Polizistin wird an ihrer Wohnungstür überfallen und brutal niedergestochen. Das nächste Opfer ist eine Studentin. Beide Frauen sind rothaarig. Auch die Galeristin Vivienne hat rote Haare – sie wird von Angst und quälendem Misstrauen erfasst. Hat der Killer sie als nächstes Opfer auserkoren?
Inspecteur Paul Vecter, der die Ermittlungen leitet, spürt, dass ihm nicht viel Zeit bleibt, bis der Mörder wieder zuschlägt …
Es ist das schaurige Ende eines schwül-heißen Sommertages: Eine junge Polizistin wird an ihrer Wohnungstür überfallen und brutal niedergestochen. Die Stichwunden auf ihrem Bauch ergeben die römische Ziffer I. Sie überlebt mit knapper Not. Ein paar Tage später findet man eine tote Studentin in einem Keller, ermordet. Ihr wurde eine römische II in die Haut geritzt. Die Frauen scheinen wenig gemeinsam zu haben – doch beide sind rothaarig und das zweite Opfer wurde skalpiert … Inspecteur Paul Vecter ist persönlich von diesem Fall betroffen, denn bei dem ersten Opfer handelt es sich um seine Kollegin Renée, für die er mehr empfindet, als er sich selber eingestehen mag. Bald ahnt er, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleiben wird, bis der Mörder wieder zuschlägt …
Buch: Für ein Taschenbuch ist dieses Buch recht groß und dank des zur Hälfte nach innen gefalteten Covers auch sehr stabil. Zur dtv-Premium-Reihe gehörend ist es somit natürlich auch etwas teurer, als ein normales Taschenbuch.
Cover: Das Cover ist leider sehr wenig ansprechend. Es zeigt den Rücken einer jungen Frau, allerdings ohne Details wie Schulterblätter, so dass man eigentlich nur eine beigefarbene Fläche ansieht. Der Eyecatcher ist der geflochtene, rubinrote Zopf, an dessen Spitzen Blut herunter tropft. Der Titel ist in das Cover geprägt und hebt sich durch seine glänzende Oberfläche ein wenig vom ansonsten matten Cover ab.
Ehrlich gesagt hätte mich dieses Cover im Geschäft nicht angesprochen und ich hätte das Buch vermutlich nicht mal in die Hand genommen.
Inhalt: Die Polizistin Renée wird überfallen und kämpft in ihrer Wohnung mit dem brutalen Mörder um ihr Überleben. Als endlich Nachbarn auf den Lärm aufmerksam werden und nach dem Rechten sehen wollen, stürmt er davon, davon ausgehend, dass sein Opfer tot ist. Jedoch überlebt Renée sehr knapp.
Nach diesem Kapitel spielt sie in der übrigen Geschichte eigentlich nur noch eine untergeordnete Rolle, mehr in den Gedanken von Inspecteur Paul Vecter. Hauptsächlich dreht sich der Thriller fortan um die verheiratete Vivienne, eine Galeristin mit leichter körperlicher Behinderung und zum 50. Geburtstag anstehendem großen Vermögen. Dieser liegt allerdings noch in weiter Ferne, was ihren Mann nicht sonderlich glücklich zu machen scheint.
Meinung: Ich weiß nicht genau, wo ich dieses Buch einordnen soll. Eigentlich ist es ein Thriller, aber bis auf die Beschreibung des versuchten Mordes an Renée und der Beschreibung der Skalpierung des zweiten Opfers, würde ich es viel eher bei den Krimis einordnen. Es ist teilweise langatmig, man weiß schon sehr früh, wer der Täter ist – da hilft es auch nicht, dass er am Anfang geheim ist und man nur seine Gedanken und Gefühle kennt. Das Ende des Buches ist nicht wirklich überraschend, aber dafür wenigstens logisch. Die Geschichte ist sehr realistisch, es könnte jederzeit überall genau so passieren und die beschriebenen Details passen alle sehr gut in das Bild, welches man sich beim Lesen macht.
Ich gebe dem Buch drei Sterne, weil es im Vergleich zu anderen kein echter Thriller ist. Kaufen kann man es sicherlich, wenn man gerne Krimis – auch etwas brutalere – liest.
Ich danke vorablesen.de und dem dtv für die Bereitstellung dieses Buches.
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Rezension: Der Vollstrecker
Er ist der Meister des Todes.
Ein eiskalter Mörder.
Er spielt mit dir.
Mit deinen Ängsten.
Und er wird dich kriegen.
Nur ein Mann kann ihn aufhalten: Detective Robert Hunter. Möge die Jagd beginnen …
Los Angeles, kurz vor Weihnachten: Ein katholischer Priester wird brutal ermordet. Vom Kopf des Toten fehlt jede Spur. Der Täter hat ihm stattdessen einen Hundekopf aufgesetzt. Als Hunter und Garcia an den Tatort, eine kleine Kirche, kommen, gibt ihnen nicht nur dier Inszenierung der Leiche Rätsel auf. Kryptische Blutspuren befinden sich am Boden, und auf der Brust des Toten steht, mit Blut geschrieben, die Zahl Drei. Beim Durchforsten der Tagebuchaufzeichnungen des Toten stoßen Hunter und Garcia auf einen Eintrag, in dem der Priester einen Alptraum beschreibt, dessen Szenario – eine Enthauptung, das Ersetzen des eigenen Kopfes durch einen Hundekopf, die blutigen Spuren – der Täter haargenau nachgeahmt zu haben scheint. Kannte der Täter sein Opfer so gut? Und was bedeutet die Zahl Drei?
Noch ahnen Hunter und Garcia nicht, dass dies nur eines von zahlreichen Opfern eines wahnsinnigen Mörders ist …
Buch: Der erste Eindruck, als ich das Buch in den Händen hielt, war sehr gut, denn für ein Taschenbuch hat es einen recht stabilen Einband. Zwischen diesem und der ersten bzw. letzten Seite ist eine Seite aus blutrotem Papier eingeklebt und auf dem hinteren dieser beiden Blätter sogar noch ein Band als Lesezeichen.
Cover: Es ist sehr ansprechend und vor allem vielsagend gestaltet. Der Titel ist mit blutroten, ins Cover geprägten Seilen überzogen, eine Blutspur verläuft senkrecht über den gesamten Buchdeckel. Auf den ersten Blick ganz eindeutig ein Thriller! Dem Cover nach zu urteilen, ein sehr blutiger.
Inhalt: Der Vollstrecker wütet in Los Angeles. Ein Pfarrer wird in seiner Kirche tot aufgefunden, statt seines Kopfes tront der eines Hundes auf seinen Schultern. Um den Altar wurde eine Blutspur gelegt, der Täter scheint das Blut des Opfers aus dem Kelch getrunken zu haben. Alles sieht nach einem Ritualmord aus. Kurze Zeit später wird eine weitere Leiche gefunden, dieses Mal eine Immobilienmaklerin. Sie wurde zu Tode gequält, erlitt unerträgliche Schmerzen. Nichts deutet darauf hin, dass die beiden Morde miteinander in Verbindung stehen, wären da nicht die Zahlen auf den Rücken der Opfer – geschrieben mit Blut …
Meinung: Chris Carter hat in meinen Augen ein Meisterwerk erschaffen. Es steckt voller Details, voller Einzelheiten, die den Leser den Schmerz der Opfer spüren lassen. Während der Vollstrecker seine Opfer tötet, hat man das Gefühl, selber dieses Opfer zu sein, selber die Todesangst zu spüren, mitten in ihrem Alptraum gefangen zu sein. Überhaupt hat der Autor es geschafft, die Worte so zu wählen, dass man alle Emotionen erlebt. So gibt es ein Kapitel in der Geschichte, in dem Hunter, einer der beiden Detectives, sich an seine Mutter und seine Kindheit erinnert und bei dem ich meine Tränen nicht zurück halten konnte. Selten habe ich ein Buch so sehr “erlebt” und die Geschichte mitgelebt. Selten hat ein Autor Gefühle, Emotionen, Wahrnehmungen, aber auch Schauplätze und andere kleine Details so feinfühlig beschrieben. Die Spannung bleibt dabei aber keine Sekunde auf der Strecke, denn bis zum allerletzten Moment ist es völlig unklar, wer der Vollstrecker ist und die Vermutungen, die man beim Lesen anstellt, oder die durch die Geschichte assoziiert werden, lösen sich in Wohlgefallen auf.
Die Charaktere sind (bis auf eine klitzekleine Ausnahme) alle völlig authentisch und sehr gut gewählt und beschrieben. Ein Mal gibt es eine Andeutung auf das erste Buch von Chris Carter (Der Kruzifix-Killer), man erfährt aber nicht, was dort passiert ist, so dass man diesen Titel auch später noch lesen kann.
Von mir bekommt dieses Buch 5 Sterne, dick unterstrichen und eingerahmt. ;) Es stimmt einfach alles und es hat die Einordnung in das Genre “Thriller” mehr als verdient! Wer Thriller mag muss dieses Buch einfach kaufen!!
Vielen herzlichen Dank an den Ullstein-Verlag und BloggDeinBuch.de für die kostenlose Bereitstellung dieses großartigen Buches.
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Rezension: Blutsverwandte
Als Irene Kelly in der Lokalzeitung von Las Piernas eine Titelstory über misshandelte und vermisste Kinder veröffentlicht, ist sie als erfahrene Journalistin auf einiges gefasst: ein neuentfachtes öffentliches Interesse, eine Flut von Telefonhinweisen und die traurigen Erinnerungen von Eltern der Opfer. Doch nicht vorherzusehen war, dass der Artikel eine neue Lawine von grausamen Gewaltverbrechen lostritt – und dass sie im Fadenkreuz der Täter steht …
Die Autorin: Jan Burke wurde 1939 in Texas geboren, verbrachte allerdings einen Großteil ihres Lebens in Süd-Kalifornien, wo auch ihre Thriller-Reihe um die Reporterin Irene Kelly und ihren Mann, Detective Frank Harriman, angesiedelt ist.
Die Story: Jeden Tag verschwinden unzählige Kinder. Viele laufen weg, einige wollen nie wieder zurück, zu viele werden Opfer eines Verbrechens und dann gibt es noch eine letzte Gruppe … Die Kinder, die von einem Elternteil entführt werden. Irene Kelly widmet sich in ihrer Rolle als Journalistin der letzten Gruppe von Kindern und hat den kleinen Hoffnungsschimmer, den Eltern der entführten Kinder helfen zu können. Welche Welle sie mit ihrer Story los tritt war ihr aber vorher nicht klar. Und erst Recht nicht, welches Geheimnis sie am Ende aufdecken wird.
Meine Meinung: Das Buch ist gut und flüssig geschrieben, die Übersetzung einwandfrei gelungen. Die Story ist größtenteils sehr spannend und voller Überraschungen. Die Protagonistin Irene Kelly macht ihren Job – ganz amerikanisch – mehr als gut, anstatt sich aufs recherchieren und schreiben zu beschränken mischt sie sich in Ermittlungen ein und fängt irgendwann an, auf eigene Faust Detektivin zu spielen, sehr zum Leidwesen ihres Mannes. Die Kinder, um die es in diesem Buch hauptsächlich geht, sind leider nicht so gut beschrieben, man kann sich nur schwer vorstellen, wie sie aussehen und wie sie sich ins Familienleben einfügen, welches ihnen vorgespielt wird. Ein paar mehr Details wären ganz nett gewesen. Deswegen gibt es von mir 4 Sterne für diesen Thriller, der wohl deswegen diesem Genre zugeteilt wurde, weil einige blutige Szenen detailliert und ziemlich ausführlich beschrieben wurden. Ein gutes Buch ist es aber trotzdem.
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Rezension: Fünf-Sterne-Kerle inklusive
Zu diesem Buch gibt es nur eine relativ kurze Rezension, da es ein (ur)altes Taschenbuch ist und ich über das äußere Erscheinungsbild deswegen nichts schreiben möchte.
Katrin kann es nicht fassen: Sie hat das große Los gezogen – und eine Woche Skiurlaub im Fünf-Sterne-Hotel gewonnen. Unverhofft findet sich die Supermarktkassiererin in einem Kreis von reichen und attraktiven Hotelgästen. Ihr kleines Geheimnis behält sie für sich und wird für die Männer nur umso interessanter. Das Leben ist süß – bis Katrin merkt, dass da noch andere Kräfte am Werk sind. Als das Hotel eingeschneit wird, verdichten sich die Turbulenzen – Mit einer erfrischenden Portion schwarzem Humor schaut Gaby Hauptmann auf die Welt der Reichen und Schönen. So amüsant und kurzweilig wie eine Woche Skiurlaub in den österreichischen Bergen!
Die Geschichte: Katrin ist eine 23jährige junge Frau, die es nach abgebrochenem Abitur und ohne Ausbildung als Kassiererin nach Stuttgart verschlagen. Dort träumt sie in der kleinen 40m²-Wohnung im Haus ihrer Tante von dem Leben das sie eigentlich führen möchte, während sie nicht mal ihr reales Leben mit ihrem Freund ordentlich auf die Reihe bekommt. Irgendwann findet sie in ihrer Post einen Brief des örtlichen Reisebüros mit einer Gewinnmitteilung, obwohl sie nicht mal richtig an dessen Gewinnspiel teilgenommen hat, sondern sich nur dort hat beraten lassen, ohne jedoch einen Urlaub zu buchen. Völlig ungläubig und ein wenig beschämt tritt sie die Reise, alleine, ohne ihren Freund in die österreichischen Berge an und findet sich in einer völlig fremden Welt wieder. Um nicht aufzufallen versucht sie ihr Geheimnis zu wahren, bis alle Männer dort davon überzeugt sind, dass sie die Tochter eines reichen Unternehmers sein muss, was sie weder bestätigt noch jemals dementiert.
Meine Meinung: Ich fand das Buch nicht so schlecht, wie ich es von einem solchen Roman erwartet hätte. Mit einer netten Portion Humor beschreibt Gaby Hauptmann, wie Katrin die Woche im Skihotel zwischen Männern, Partys und Alkohol (üb)erlebt ohne unter zu gehen oder ihrer eigenen Linie untreu zu werden. Das anfänglich schüchterne Mauerblümchen entwickelt sich im Laufe der Geschichte zu einer sehr selbstbewussten jungen Frau, die genau weiß, was sie will und wie sie es bekommt. Und das Ende ist, mal wieder, ganz anders und kein bisschen schnulzig. ;)
Für mich, obwohl ich in erster Linie Krimis und Thriller lese, war dieses Buch eine gelungene Abwechslung und ich vergebe 4 von 5 Sternen dafür.
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Rezension: Der Stalker
Sie ging neben dem Bett in die Hocke und tastete nach dem Messer. Es war nicht mehr da.
Ein Geräusch. Hinter ihr. Sie fuhr herum.
Eine Gestalt bewegte sich auf sie zu.
Riesenhaft und dunkel, wie ein lebendiger Schatten.
Sie hatte nicht einmal Zeit zu schreien.
Ein Stalker terrorisiert junge Frauen.
Profiler Marina glaubt nicht an einen Einzeltäter.
Dann gibt es das erste Mordopfer.
Suzanne hat einen Alptraum. Sie kann sich nicht bewegen. Sie kann nicht schreien, als der Unbekannte in ihr Schlafzimmer eindringt und sie zärtlich streichelt. Am nächsten Morgen sieht Suzanne das Polaroid, das in der vergangenen Nacht von ihrem entblößten Körper gemacht worden ist – ihr Alptraum ist wirklich geschehen.
Am selben Morgen wird eine geschundene Frauenleiche gefunden. Das Ermittlerteam rund um Phil Brennan vermutet, dass es sich um die sterblichen Überreste einer kürzlich verschwundenen jungen Krankenschwester handelt. Als sie schließlich erkennen, dass das tote Mädchen eine andere ist, kommt für Suzanne jede Hilfe zu spät.
Marina, die Profilerin des Polizeiteams und Phils Lebensgefährtin, steigt in den Fall ein.
Das Buch ist kein wirkliches Taschenbuch, es ist größer und dicker, nur der flexible Papp-Einband erinnert daran. Genau wie bei dem Buch “Der Vollstrecker” ist ein blutrotes Papier zwischen dem Einband und der ersten bzw. letzten Seite eingeklebt, so dass ich direkt dachte, dass es doch vom gleichen Verlag sein muss. Ganz falsch liege ich damit nicht, denn der List-Verlag gehört zur Ullstein-Verlagsgruppe und somit ist es naheliegend, dass die Bücher ähnlich gestaltet sind. Leider gibt es dieses Mal kein eingearbeitetes Lesezeichen, aber was ein echter Bücherwurm ist hat davon sowieso mehr als genug. ;)
Das Cover ist ziemlich durchschnittlich gestaltet. Der Titel sowie der Name der Autorin sind in großen weißen Lettern in den Buchdeckel geprägt. Auf dem Bild sieht man eine Person hinter Vorhängen, vermutlich eine junge Frau, möglicherweise ist dies Suzanne, das Opfer des Stalkers. Die Farben erinnern an Flammen, obwohl es nach meinem bisherigen Wissensstand überhaupt nicht um Feuer geht, da hätte ich eine kühlere Farbkombi besser gefunden. Weniger gelungen finde ich die Titel-Ergänzung: “Er beobachtet. Er weiß, wo du bist. Er ist …” Aber das ist nur meine Meinung und es gibt sicherlich genug Leser, die einen Unter- oder auch Übertitel gut finden.
Aber da der Inhalt eines Buches viel wichtiger als der Einband ist, wird das meine Bewertung nicht wirklich beeinflussen. ;) Und die Leseprobe (zu finden auf Vorablesen.de oder der Verlags-Seite) hat mich völlig in den Bann des Thrillers gezogen, ich bin gespannt, wie es weiter geht.
Die Geschichte: Ich könnte sicherlich die Story komplett oder in einigen Zügen nacherzählen, aber damit würde ich Euch als Lesern die Spannung nehmen. Es sollte reichen das über den Inhalt zu wissen, was der Klappentext verrät und den Rest selber beim Lesen zu erfahren. Ich bin kein Freund davon Rezensionen mit ellenlangen Inhaltsangaben auszufüllen und nur in einem Satz auf die eigene Meinung zu verweisen, deshalb spare ich mir diesen Teil der Beschreibung ganz bewusst.
Meine Meinung: Das war eines der besten Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Vom ersten Moment an voller Spannung, dessen Niveau durch viele eingeworfene Hinweise ohne direkte Erklärung durchgehend aufrecht erhalten wurde. Nicht ein einziges Kapitel war langatmig oder gar langweilig.
Nach etwa zwei Dritteln dachte ich dann zwar, dass der Stalker identifiziert wäre und war schon verwundert, wie man denn noch 150 Seiten füllen möchte, wenn der Täter kein Geheimnis mehr ist, aber ich lag völlig verkehrt, denn das Ende war komplett anders und viel schlimmer, als man es erwarten würde, ohne unrealistisch oder lächerlich zu wirken.
Die Protagonisten des Buches wechseln sich ab, spielt am Anfang noch Suzanne die Hauptrolle als Opfer eines Stalkers, rückt sie als Person wieder in den Hintergrund um Philip Brennan, dem Detective den Platz zu überlassen. Außerdem geschehen in diesem Buch mehrere Geschichten parallel – die Hauptgeschichte um den Stalker und seine Opfer und nebenbei noch die Probleme von Philip und das Geheimnis um seine Lebensgefährtin Marina, sowie ein paar kleinere Nebenhandlungen, von denen eine am Ende zum großen Finale führt.
Die Geschichte ist detailliert geschrieben, ohne dass allzu blutige Details notwendig sind, vieles wird der Phantasie des Lesers überlassen (Wie sieht der Stalker aus, was hat er mit den Opfern angerichtet, wie hält er sie gefangen, was ist mit Marina los und warum hat Philip ein Problem, …?) Alle Fragen werden in den letzten Kapiteln des Buches beantwortet und die Story schließt herllich seicht in einem “Happy End” ab.
Alles in Allem ist dieser Thriller absolut empfehlenswert, wenn man auf dieses Genre steht. Von mir gibt es dafür 5 Sterne!
Vielen Dank an den List-Verlag aus der Ullstein-Verlagsgruppe und vorablesen.de die mir dieses Buch zur Verfügung gestellt haben.
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Rezension: Der Orden der schwarzen Sphinx
Michael White – Der Orden der schwarzen Sphinx
In Oxford wird eine junge Frau mit durchschnittener Kehle gefunden. Ihr Herz ist herausgeschnitten worden, an seiner Stelle liegt eine alte Goldmünze im Brustkorb. Vierundzwanzig Stunden später wird eine weitere Frau ermordet. Diesmal wurde das Gehirn entfernt und eine Silbermünze liegt im Schädel. Bei ihren Nachforschungen stoßen der Polizeifotograf Philip Bainbridge und seine Freundin Laura auf den mysteriösen Orden der schwarzen Sphinx. Offenbar steht er an der Spitze einer alchimistischen Verschwörung, die vor nichtds zurückschreckt um den Stein der Weisen herzustellen.
Der Autor: Michael White, ehemals Mitglied der Popgruppe “The Thompson Twins”, hat sich bisher vor allem als Autor von erfolgreichen naturwissenschaftlichen Sachbüchern einen Namen gemacht. Der Orden der schwarzen Sphinx ist sein Debüt als Krimiautor, das auf Anhieb in 27 Länder verkauft wurde. Mit seiner Frau und seinen vier Kindern lebt er in Perth, Australien.
Das Cover: Obwohl ich “nur” das Taschenbuch gelesen habe, fand ich das Cover schon sehr ansprechend. Es ist ganz im Gegensatz zu den meisten Taschenbüchern sehr aufwändig gestaltet, aber dennoch recht schlicht. Der Titel sowie das Symbol darunter sind geprägt, der Titel nochmal mit einer Glanzbeschichtung versehen, dass es wirkt als sei er aus Marmor.
Die Geschichte: Es ist ein Mysterythriller, durch und durch. Der Autor hat parallel zwei Geschichten geschrieben. Der eigentliche Thriller, in dem Philip und Laura versuchen die vielen Mordfälle zu lösen und der Polizei einen Schritt voraus zu sein, die den beiden sowieso nichts von ihren Verschwörungstheorien glaubt, spielt in der Neuzeit. Zwischendrin gibt es aber immer wieder Kapitel, in denen das Geheimnis des Ordens der schwarzen Sphinx erklärt wird und die aus dem Jahr 1690, zur Zeit Isaac Newtons, erzählen. Beide Geschichten nähern sich einander an, die historische Erzählung dient im Verlauf des Buches als Erklärung für die Zusammenhänge zwischen den Morden, so dass man am Ende als Leser schon weiß, was der Übeltäter als nächstes plant.
Mein Eindruck: Anfangs war ich weniger begeistert, die Geschichte fing sehr schleppend an und ich hatte Mühe weiter zu lesen. Als ich dann noch ein Kapitel vor der Nase hatte, welches im Jahr 1689 spielt, wollte ich das Buch resigniert wieder ins Regal stellen. Ich finde historische Romane langweilig und fragte mich schon, wo denn der “Thriller” bleibt. Ab etwa der Hälfte wurde es dann endlich spannend, allerdings könnte ich trotzdem nicht behaupten, dass dieser Titel so fesselnd wäre, dass man es nicht aus der Hand legen könnte. Das Ende des Thrillers war mit einigen Überraschungen versehen, allerdings war recht früh klar, wer der Täter sein muss. Nur bei seinem Komplizen lag ich völlig daneben.
Alles in allem ist der Titel schon empfehlenswert, wenn man auf Thriller steht. Er ist für dieses Genre recht unblutig und die wirklich fiesen Details bleiben dem Leser erspart. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.
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Rezension: Ein freudiges Ereignis
Eliette Abécassis – Ein freudiges Ereignis
Barbara ist schwanger. Ein Wunschkind mit Nicolas, der sicher ein Traumvater sein wird. Und sei selbst eine tolle Mutter. Doch dann bekommt dsa Bild der Supermami schon in der Schwangerschaft einige Risse. Und als nach der Geburt Barbaras Augenringe immer dunkler werden, fragt sich die junge Mutter: Warum hat mich niemand gewarnt?
Das Leben von Barbara scheint perfekt: Mit Anfang 30 hat sie eine vielversprechende Unikarriere vor sich und lebt in einer überaus glücklichen Ehe mit dem Galeristen Nicolas. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, auch noch den letzten Schritt zu wagen: Barbara und Nicolas wollen ein Kind.
Eine Entscheidung, deren Tragweite Barbara erst nach und nach bewusst wird. Denn nichts ist mehr so, wie es einmal war, seit Barbara schwanger geworden ist. Der ihr so vertraute und lieb gewordene Alltag verflüchtigt sich allmählich, und an seine Stelle treten eine Menge ungeahnter Probleme. Sogar der Kaffee schmeckt anders als früher. Und sobald dann Léa da ist, steht Barbaras Welt endgültig kopf: Das Baby beansprucht jede freie Minute, daneben bleibt kein Raum mehr, weder für Barbaras Forschungsarbeit noch für Nicolas. Hilflos muss die junge Mutter zusehen, wie ihre Ehe mehr und mehr in die Krise gerät. Doch ist eine Trennung das, was Barbara wirklich will?
Barbara kämpft alleine gegen Windmühlen, fühlt sich in der Schwangerschaft völlig unverstanden, sie scheint die einzige zu sein, die sich nicht über die neue Situation freut, muss sich und ihre Ansichten nach der Geburt gegen ihren Freund verteidigen (“ich will aber stillen”), das Verhalten und die Bevormundung ihrer Schwiegermutter ertragen (“gib dem Kind doch endlich das Fläschchen, man sieht doch, dass deine Milch nicht reicht”), die ihr Freund ihr als vermeintliche Unterstützung nach der Geburt vor die Nase setzt. Sogar ihre eigene Mutter mischt sich ungefragt ein und ist mehr Last als Hilfe. Nicolas und Barbara streiten sich immer mehr und mehr und ihre Beziehung droht zu zerbrechen, Barbara fühlt sich nicht fähig ihre Gefühle und Gedanken anzusprechen und lebt nur noch in ihrer Rolle als Mutter, lebt nur noch für ihre Tochter und vergisst alles andere. Der Tag kommt, an dem sie ihre Sachen packt und zu ihrer Schwester verschwindet, die selbst auch kein Glück über ihre Familie empfindet. Barbara ist plötzlich ohne Partner, ihre Tochter ohne Vater, beide ohne Wohnung. Wie tief kann sie noch sinken? Erst der Kinderarzt scheint wirklich den richtigen Weg zu kennen, er rät Barbara sich endlich von ihrer Tochter zu lösen, zu akzeptieren, dass ein Vater dazu da ist, sich zwischen Mutter und Kind zu stellen. Jetzt erst merkt sie, was ihr die ganze Zeit gefehlt hat, dass sie nicht nur die Starke für ihre Tochter sein will sondern jemanden braucht, der für sie stark ist. Ihren Freund, den Vater ihrer Tochter.
Zu Beginn empfand ich die Darstellungen der Autorin als übertrieben und unrealistisch. Sie dramatisiert jede einzelne Situation ihrer Schwangerschaft, als Leser hat man überhaupt nicht das Gefühl, dass sie auch nur einen Moment davon genießen und sich freuen würde. Ich war schon geneigt das Buch wieder auf die Seite zu legen, weil ich das negative Denken nicht mehr ertrage konnte. Allerdings muss ich jetzt sagen, dass die Autorin mit ihren Schilderungen nicht völlig daneben liegt, eine Schwangerschaft, das Mutter-werden ist für jeden ein absolut einschneidendes Erlebnis und es ist definitiv nicht immer alles rosarot und mit Blümchen verziert. Allerdings habe ich die positiven Gefühle vermisst, die tiefe Liebe zu seinem Kind – sie wird als Abhängigkeit beschrieben – das Glück, das man empfindet wenn man sein Baby betrachtet, die Vollkommenheit der Familie, das unzertrennbare Band zwischen den Eltern einerseits und ihnen und dem Kind auf der anderen Seite. Ich glaube, wenn man das alles überhaupt nicht wahrnimmt, liegt schon sehr viel im Argen. Diese Gefühle beschreibt Barbara erst ganz am Ende, den Schmerz als ihr Freund ihre Tochter mit nimmt und sie sich nicht mehr komplett fühlt. Erst da erkennt sie die Liebe und das Glück, als es schon zu spät ist.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr bildhaft, sie nutzt viele Metaphern und schmückt jedes kleine Detail nochmal aus. Die kurz gehaltenen Kapitel dienen teilweise nur dazu um die Gedanken der Protagonistin zu erklären, ihre Gefühle greifbar zu machen und das Verhältnis in dem sie zu ihren Mitmenschen steht zu verdeutlichen. Alles in allem ist mir das Buch etwas zu negativ und eindeutig zu religiös, zu oft werden irgendwelche Glaubensrichtungen auseinander genommen, die in meinen Augen gar nichts mit dem Thema zu tun haben. Das Buch bekommt von mir nur einen Stern, ich kann es nicht weiter empfehlen.
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Rezension: Happy Aua
Speisekarten sind besonders gefährdet, und Werbeprospekte gibt es eigentlich nie ohne. Ein fehlerfreies Hinweisschild ist eine Rarität, und die Tageszeitungen beliefern uns kostenfrei mit den neuesten Nachrichten aus Politik, Kultur und Sport: die kleinen Verschreiber, die falsch gesetzten Apostrophe, die gefühlten Kommas, die missverständlichen Anweisungen und die unfreiwillig komischen Wortgebilde. Da wird der Müll nicht mehr nach Bioabfall, Glas oder Verpackung getrennt, sondern zwischen Restmüll und Mieter unterschieden. Wer feiert Hallowien? Und wo bekommt man diese süßen Sweet-Shirts? Bei Schnitel mit Championg und Pharmaschinken vergeht uns der Appetit, aber glücklicherweise nicht der Humor.
Seit Bastian Sick seine Internet-Kolumne “Zwiebelfisch” schreibt erreichen ihn täglich die mal komischen, mal erschreckenden Entdeckungen seiner Leserinnen und Leser. Diese Fundstücke hat er zusammengestellt und mit Kommentaren versehen. Herausgekommen ist das bizarrste Deutschlesebuch der Welt.
Dieses Buch stand schon lange, lang auf meiner Wunschliste und ich habe mich richtig gefreut es endlich in der Hand zu halten und lesen zu können. Die Enttäuschung war dafür umso größer, denn meiner Meinung nach ist dieses “Heftchen” sein Geld nicht wert. Für knapp 130 Seiten, die zum größten Teil mit Bildern und nur sehr wenig Text gefüllt sind, oft sogar nur mit einem einzigen Bild auf einer Seite, finde ich fast 9€ völlig übertrieben. Es hat nicht einmal eine Stunde gedauert alles zu lesen, ich hätte eindeutig mehr erwartet.
Trotzdem ist es ein erheiterndes Buch, einige Male musste ich mir das laute Lachen verkneifen um meinen Mann nicht zu wecken, wie zum Beispiel bei dem Hinweisschild “Bitte Senkrecht parken” oder der Übersetzung des berühmten Satzes von John F. Kennedy, da wurde aus “ich bin ein Berliner” “I am a doughnut”. Alles in allem ist es sehr kurzweilig und lustig, aber der halbe Preis wäre sicherlich angebrachter gewesen. Der zweite Teil verschwindet jedenfalls schnell wieder von meiner Wunschliste und ich versuche es lieber ebenfalls in der Bücherei zu bekommen. (Oder gleich dort zu lesen…)
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Rezension: Mit den Augen eines Kindes
Petra Hammesfahr – Mit den Augen eines Kindes
Als Kommissar Metzner auf einem Klassentreffen seiner großen Jugendliebe wieder begegnet, sind die leidenschaftlichen Gefühle für sie sofort wieder wach. er hat kein Ohr mehr für seinen kleinen Sohn, der Zeuge einer Entführung gewesen sein will. Der Junge hat eine überschäumende Phantasie, und Metzners Gedanken drehen sich nur um seine Geliebte. Es dauert lange, bis er die tödliche Gefahr erkennt …
Der Roman ist wie eine Art Tagebuch gestaltet, in dem Konrad – Konni – Metzner beschreibt, was passiert. Jedoch beginnt das Buch mit einem Kapitel, das aus der Sicht eines Beobachters erzählt, was der kleine Olli, der fünfjährige Sohn von Konrad Metzner, erlebt, wie er die letzten Stunden der Entführungsgeschichte wahrnimmt. Was genau mit Olli passiert, erfährt der Leser jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht.
- Zeitsprung, etwa 20 Jahre zurück –
Konrad Metzner erzählt von seiner Schulzeit, wie er Maren, seine große Liebe und noch größere Leidenschaft kennengelernt hat, welches Verhältnis die beiden zueinander hatten und wie es sich im Laufe der Zeit entwickelt hat. Maren spielt in Konnis Leben eine überaus große Rolle, es ist beinahe wie eine Sucht, jedoch sind alle gegen diese Bindung und die Eltern der beiden versuchen es mit aller Macht zu unterbinden. Maren verlangt von Konni, zu ihr zu stehen und sich gegen das Spießbürgertum zu entscheiden, beweisen soll er dies mit einer “Nummer” mitten auf dem Rathausvorplatz, am hellichten Tag. Er entscheidet sich dagegen und verliert Maren aus den Augen. Einige Jahre später lernt er Karola kennen und heiratet. Alles scheint “spießig” perfekt zu sein, bis Maren plötzlich wieder da ist und er ihr wieder verfällt. Er fühlt sich glücklich und will dieses Mal die richtige Entscheidung treffen, kündigt seinen Job, verlässt seine Frau und überbringt die gute Nachricht seiner Liebhaberin, die ihn aber kurzerhand eiskalt abblitzen lässt.
- wieder ein Zeitsprung in die Gegenwart -
Konrad Metzner hat, nachdem einige Jahre ins Land gezogen sind, Hanne Neubauer kennengelernt und lebt mit ihr ein ungewöhnliches Leben in wilder Ehe. Die beiden bekommen einen Sohn – Oliver Neubauer – heiraten aber trotzdem nicht, damit sie sich nicht scheiden lassen können. Hanne möchte ihre Selbstständigkeit beibehalten und so ist Konrad sogar noch bei seinen Eltern wohnhaft gemeldet. Hanne kennt Teile der Geschichte mit Maren und weiß um die Gefahr, die von dieser Frau, oder besser diesem Weib, wie Konrads Mutter sie nennt, ausgeht. Aber so lange sie nicht in der Nähe ist …
Dann erhält Konrad eine Einladung zum Klassentreffen und geht, nach anfänglichem Widerwillen und nach Überzeugung durch Mama und Partnerin, doch hin. Wie sollte es anders sein, Maren taucht auf und Konni landet mit ihr in ihrem VW Golf, um die alten Zeiten Willen. Das Unheil nimmt damit unweigerlich seinen Lauf, Konrad setzt seine Beziehung, seine Familie aufs Spiel. Wenn das nur alles wäre, wenn nicht Olli ein paar Tage später von seinem Freund nach Hause käme und davon erzählt, dass er ein Verbrechen gesehen hat. Hätte er nur nicht vorher immer diese Geschichten von Rockern im Kindergarten und Haien in der Erft erzählt, hätte Konni ihm vielleicht sogar zugehört, doch der hat im Moment nur Augen und Ohren für Maren …
Die Gefühle der Darsteller, die Gedanken, alles ist in diesem Buch so detailliert, dass man sich selber mitten in der Handlung wieder findet und das Gefühl hat genau zu wissen, wie es Konni oder dem kleinen Olli gerade geht. Es ist sehr bildlich, ich hatte öfter das Gefühl den einen oder anderen Ort vor Augen zu haben. Aber das liegt vielleicht auch daran, dass der Roman in Kerpen, Hürth und Köln spielt, mir sehr gut bekannte Orte, teilweise meine Heimat.
Da die ganze Geschichte, abgesehen von den Erzählungen der Vergangenheit, sich eigentlich nur innerhalb weniger Wochen abspielt, aber trotzdem fast 400 Seiten füllt, ist natürlich Platz für Ausschmückungen, die alles sehr real und nah wirken lassen.
Nicht so gelungen fand ich den Schreibstil, der ein flüssiges Lesen behindert hat. Zu oft gibt es halbe Sätze, Gedankenstriche und zu oft musste ich einen Satz ein zweites Mal lesen um zu begreifen, wo der eine Gedanke aufhört und der nächste beginnt. Außerdem stolperte ich einige Male über die Wortwahl, mit der das Liebesspiel zwischen Konrad Metzner und Maren Koska beschrieben wird. Da der Roman aus der Sicht eines Mannes geschrieben ist, passt es natürlich, wenn der Protagonist erzählt, wie gut seine Liebhaberin Flöte spielen könne, jedoch vergisst man dadurch einfach, dass dieses Buch von einer Autorin geschrieben wurde.
Deshalb bekommt dieses Buch 3 Sterne und fällt damit leider in die Kategorie “bedingt empfehlenswert”, aber es wird sicher Leser geben, die gerade einen solchen Schreibstil ansprechend finden.
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