Ein neues Hobby hält Einzug

Seit einem knappen halben Jahr haben wir ein neues, gemeinsames Hobby. Eines, das der ganzen Familie Spaß macht und von dem wir auch immer mal wieder andere begeistern können. Ein paar Freunde teilen dieses Hobby mit uns, einige andere schleppen wir einfach mal zwischendurch mit. Seit Juli zählen wir uns zu den Geocachern, auch Dosensucher, GPS-Schatzsucher oder Tupperdosen-Schnitzeljäger genannt.

Niemals würden wir freiwillig wandern, aber im Zuge einer Cache-Runde laufen wir schon mal gut und gerne 5 oder 6 Kilometer. Selbst bei trübem Wetter gehen wir stundenlang vor die Tür, auf der Suche nach der nächsten Dose. Hilfreich zur Seite stehen uns dabei unsere beiden Smartphones, die dank der App c:geo als GPS-Gerät genutzt werden können und uns ans Ziel leiten. Mit dieser App können wir auch ganz spontan unterwegs nach Caches in der näheren Umgebung suchen oder vor dem Aufbruch die passenden Caches zusammen suchen und speichern. Die richtigen „Profi-Cacher“ nutzen ein echtes GPS-Gerät, wie die Teile von Garmin, aber ich muss ehrlich zugeben, dass mir mein Handy als Allrounder eindeutig besser gefällt. Über c.geo haben wir Zugriff auf alle bei Geocaching.com gespeicherten Caches und müssen nicht alles vom heimischen PC aus planen.

Besonders viel Spaß machen uns als Familie die sogenannten „Multis“, die in ihrer Art schon sehr nah an eine Schnitzeljagd kommen. Bei einigen von ihnen bekommt man im Vorfeld Aufgaben gestellt deren Lösung man unterwegs findet, bei anderen muss man die Stationen suchen und die Rätsel vor Ort lösen um die nächsten Koordinaten zu bekommen. Am Ende eines Multis erwartet einen dann die oft erwähnte „Dose“, die je nach Größe neben einem Logbuch, in das man sich mit Datum und Uhrzeit einträgt, auch ein paar Tauschgegenstände oder manchmal sogar „Travelbugs“ oder „Geocoins“ enthält. Die letzten beiden sind kleine Münzen oder so etwas wie Hundemarken, die von Cache zu Cache reisen und deren Fund man ebenfalls loggen kann.

Das schönste am Geocachen ist, dass man es auf der ganzen Welt machen kann und an Orte kommt, die man ohne dieses Hobby nie gesehen hätte. Im Sommer haben wir an unserem alljährlichen Urlaubsort ein paar Caches gesucht und dabei einen richtig schönen, kleinen Wald entdeckt, von dessen Existenz wir zehn Jahre lang nichts wussten. Auch rund um unseren Wohnort haben wir so schon ganz tolle Ecken gesehen, die uns nicht aufgefallen wären, wenn uns nicht ein Cache dort hin geführt hat. Die Erftquelle, ein Gedenkstein und ein kleines Hexenhäuschen in dem Park, in dem wir etliche Male spazieren waren, eine Aussichtsplatform und ein Moor in „unserem“ Naturschutzgebiet, einen sehr idyllischen Friedhof, … Und noch so viele mehr.

Heute hat uns ein Cache in einen Wald am anderen Ende der Stadt geführt. Es war richtig schön über die Laubbedeckten Wege zu laufen, durch die fast schon winterlichen Baumreihen zu blicken und einen Bach zu überqueren und spontan ein Papierschiffchen dort schwimmen zu lassen.

Das allerbeste war aber, als etwa 50 Meter vor uns urplötzlich drei Rehe über den Weg sprangen. So schnell wie sie aus dem Wald kamen waren sie auch auf der anderen Seite wieder verschwunden. Wir wohnen in einer Großstadt und für uns ist das schon etwas richtig Besonderes, denn Tiere dieser Größe sehen wir sonst nur im Zoo oder im Wildpark.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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3 Responses to Ein neues Hobby hält Einzug

  1. Teresa says:

    Ich überlege auch schon länger, Geocachen zu gehen – der Blog macht mir jetzt richtig Lust, das so schnell wie möglich echt mal auszuprobieren! :)

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