Soll das das Leben sein?

Wenn ja, ist es ungerecht, gemein, unfair, …

Vor ein paar Tagen rief meine Ma an – bei ihr hatte ein alter Freund meines Mannes und mir angerufen und wollte mit uns sprechen. So lange haben wir uns schon nicht mehr wirklich gesehen, dass er nicht weiß wo wir seit über zehn Jahren wohnen, geschweige denn unsere Telefonnummer kennt. Er hat seine Nummer hinterlassen und wir sollen uns doch mal melden, da er „nicht mehr lange auf der Erde ist“.

Mein Mann hat dies natürlich sofort getan. Auch wenn der Freund nie der allerbeste war und auch wenn er nicht gerade das ist, was man einen vorzeigbaren Menschen nennt, so war er immer herzensgut und wirklich einfach nur nett. Und er ist es auch heute noch.
Langer Rede kurzer Sinn: er ist krank, schwer krank. Mehr als nur schwer krank, denn er wird tatsächlich nicht mehr wahnsinnig lange Leben. Wenn kein Wunder geschieht, dann wird er vielleicht Weihnachten schon nicht mehr da sein.

Nun haben wir so lange eigentlich keinen Kontakt mehr, aber das Wissen, dass dieser Mensch seinen eigenen Tod vor Augen hat, der Gedanke, dass wir einen Freund während seiner letzten Monate begleiten werden macht mich traurig. Er versucht alle Freunde von früher zu erreichen, möchte gerne die alte Truppe nochmal wieder sehen, am liebsten alle zusammen. Es ist wie ein Abschied, nein, es ist ein Abschied. Von früher, vom Leben, vom Sein. Ein Abschied von seinen Freunden, von den schönen Momenten im Leben, von den alten Erinnerungen. Und es ist traurig. Dass ein so junger Mensch nun sein letztes Lebensjahr antritt. Es ist ungerecht.

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2 Responses to Soll das das Leben sein?

  1. Melle says:

    Wie traurig. :-(