Das neue Jahr hat angefangen

Silvester war schlimmer als ich dachte, ehrlich gesagt. Ich hätte nicht gedacht, dass Papa an so einem Tag so sehr fehlen würde. Am liebsten hätte ich meine Mama wieder nach Hause geschickt, Junior ins Bett gesteckt und wäre schlafen gegangen. Das Anstoßen aufs Neue Jahr fand ich völlig überflüssig. Auch wenn ich mir wünsche, dass es ein „frohes“ Jahr wird ist doch trotzdem im Moment alles doof.

Jetzt sind es nur noch knapp fünf Monate bis der Alptraum ein Jahr her ist. Meine Cousine hat mir auf der Beerdigung gesagt, dass es ein Jahr dauert bis es besser wird. Man muss einmal das ganze Jahr durchgemacht haben, ein mal Geburtstag gefeiert, einmal Weihnachten und Silvester, einmal den Todestag, danach würde es erträglicher werden. Es sind also nur noch 5 Monate bis das Jahr rum ist und ich wünsche mir, dass es bis dahin noch erträglicher wird als es ist.

Ich sage mir immer wieder, dass Papa seine Eltern auch irgendwann beerdigen musste und dass er trotzdem, auch ohne sie, dafür mit seiner eigenen Familie, sehr glücklich sein konnte. Also werde ich das auch schaffen, ich werde auch Urlaube genießen, mich darüber freuen, dass Junior da ist und dass er gesund ist. Vielleicht bekommen wir doch noch irgendwann ein Geschwisterchen für ihn und können darüber auch glücklich sein. Und irgendwann werde ich selber so alt sein wie Papa, zurück blicken und einfach glücklich sein. Und irgendwann gehe ich dann auch dorthin wo Papa jetzt ist und sehe ihn wieder, sehe mit ihm auf die Erde und bin hoffentlich genau so glücklich wie er es war, als er ging.

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