Body point – fühlen wie eine Göttin?

Über das Portal „Konsumgöttinnen.com“ hatte ich die Möglichkeit bei der Kette „body point“ eine Fettzellenentleerung zu testen. Bei dieser Behandlung werden hartnäckige Fettpölsterchen mit Ultraschallwellen behandelt (ähnlich dem Ultraschall in der Schwangerschaft) und sollen so „entleert“ werden.

Als ich davon gelesen habe, schwankte ich zwischen absoluter Begeisterung und totaler Skepsis. Würde es tatsächlich helfen und die fiesen kleinen Fettpolster, die mich bei jeder Diät nur auslachen, verschwinden lassen? Oder wäre es im schlimmsten Fall doch nur raus geworfenes Geld? (Okay, ich musste nichts bezahlen, aber normalerweise ist so eine Behandlung nicht gerade günstig.)

Mein Termin war nun am 2.11. im body-point Studio Düsseldorf und um nicht mutterseelenallein 70 Kilometer über die Autobahn zu fahren habe ich als moralische Unterstützung (und Fahrer) meinen Mann mit genommen. Wir sind relativ zeitig los gefahren, da mein Termin um 17 Uhr und die Fahrt somit mitten im Berufsverkehr war. Gegen 16 Uhr, also eine Stunde vor dem Termin, wurde ich von der Dame, die mich später behandeln würde, angerufen ob es bei dem Termin bleiben würde. Ich war begeistert über so viel Service – mein Mann dagegen meinte nur, dass sie eben sonst Feierabend machen würde.

Pünktlich um kurz vor 17 Uhr befanden wir uns am Rande der verbotenen Stadt (als Kölner darf man Düsseldorf ja fast nicht laut aussprechen), das Gebäude war dank der Beschreibung sehr einfach zu finden, Parkplätze gab es mehr als genug, nur der Eingang war gemeinerweise auf der anderen Seite des Gebäudes. Nachdem wir klingelten wurde uns von der Dame (ich habe ihren Namen vergessen, soorry) begrüßt und herein gebeten. Sie bot uns sofort etwas zu trinken an, zeigte uns die Toiletten, da die Behandlung längere Zeit dauern würde und führte uns kurz durch einige Räumlichkeiten, vorbei an Power Plates (die dort mitten im Flur standen, für jeden absolut sichtbar), der Collagen-Dusche, die wie eine Litfaßsäule in einem rosa beleuchteten Raum stand, bis wir im eigentlichen Behandlungsraum ankamen. Dieser war schlicht, aber edel eingerichtet, sehr groß und dadurch etwas ungemütlich. Neben der Behandlungsliege befand sich dort ein körpergroßer Spiegel, sehr zu meinem Leidwesen. Ich bin weiß Gott nicht so zufrieden mit meinem Körper, als dass ich ihn mir in einem überdimensionalen Spiegel ansehen möchte.

Die junge Frau erklärte uns relativ ausführlich, wie eine Fettzellenentleerung von Statten geht, was mit den Zellen passiert und welche Risiken oder Nachwirkungen das ganze haben kann. Als Verfahrenstechniker hätte mich natürlich noch die ganze Technik und mehr Details interessiert, aber vermutlich wusste sie nicht so viel darüber oder aber hätte es nicht sagen dürfen. Beispielsweise hätte mich der Frequenzbereich des Ultraschalls interessiert, meine Frage, seit wann es das Verfahren gibt und seit wann es tatsächlich erfolgreich (?) durchgeführt wird, wurde leider auch nicht beantwortet.

Nach dieser Einführung durfte ich mich auf die Analysewaage stellen, die neben dem Gewicht auch Körperfett und Körperwasser in den einzelnen Regionen misst. Die Werte wurden notiert, in den PC übertragen und ausgewertet. Mein Stoffwechselalter wurde ausgespuckt: 38 Jahre – also mal eben 8 Jahre älter, als ich bin. Ansonsten waren meine Werte aber okay, teilweise völlig normal, teilweise an der Grenze. Aber da ich weder Übergewichtig bin noch völlig vertrocknet habe ich nichts anderes erwartet.

Danach sprachen wir darüber, welchen Körperteil wir nun behandeln wollten. Ich entschied mich nach langem Zögern für meine Reiterhosen, die mich sogar schon nervten, als ich 18 und 15 Kilo leichter war. Ich legte meine Hose ab, stellte mich auf ein DIN A4-Blatt, die Dame zeichnete den Umriss meiner Füße nach, damit ich später wieder genau so auf dem Blatt stehen würde und legte ein Maßband an drei Stellen an. Sie markierte die Messpunkte und notierte den Umfang beider Beine zusammen. Danach begann die Behandlung mit dem Ultraschallgerät. Es war nicht unangenehm, ich würde sagen wie eine Massage. Im Endeffekt genau das gleiche wie beim Frauenarzt, wenn der nach dem Baby sucht. Das US-Gel war natürlich (wie gewohnt) saukalt, was den Massageeffekt und die Entspannung erst Mal verschob. Ich glaube, pro Bein dauerte die Behandlung etwa 20 Minuten, das Liegen auf der Seite empfand ich als relativ unangenehm, am folgenden Tag hatte ich auch die Quittung dafür: eine dicke Verspannung im Nacken und den Schultern.

Während der gesamten Behandlung unterhielten wir uns über alles mögliche und unmögliche, über unseren Sohn und seine Ernährung, über Ernährung der Bevölkerung, über Kundinnen, die, stark übergewichtig, erwarteten, durch body point wie Claudia Schiffer auszusehen, usw.
Ganz besonders interessant fand ich die Einführung in eine Ernährungsberatung. An Hand der Blutgruppen konnte die junge Frau genau sagen, was wir – mein Mann und ich – jeweils essen, bzw. umgekehrt. Ich fragte nach der Ernährung für die auf die Behandlung folgenden 48 Stunden. Oder besser gesagt fragte ich „Was darf ich überhaupt noch essen, wenn ich keine Kohlehydrate essen darf? Was gibt es denn da überhaupt noch??“. Die Dame lachte und meinte direkt, dass ich sicher Blutgruppe A hätte – die ursprünglichste der Blutgruppen, die sich vorwiegend von Getreide und Milch ernährt. Ich war perplex, das entspricht genau meiner Ernährung. Ich frühstücke am liebsten Cornflakes mit Milch, ein Mittagessen ohne Nudeln oder Kartoffeln ist kein Mittagessen. Und ich esse, wie sie auch sagte, sehr gerne Gemüse, aber überhaupt kein Obst. Mein Mann kennt seine Blutgruppe nicht, aber an Hand seiner Ernährung (hauptsache Fleisch und Obst), meinte sie, dass er 0 hätte. Mal sehen, ob sich das irgendwann bestätigt. Diese Ernährungs“beratung“ war wirklich interessant und ich überlege, ob ich mir nicht mal eine komplette leisten soll.

Nun aber zurück zum eigentlichen Thema, der Fettzellenentleerung. Nach der Behandlung wanderte ich wieder auf das Blatt Papier und der Umfang meiner Beine wurde wieder an den gleichen Stellen gemessen. Heraus kam, dass ich tatsächlich bis zu 3 Zentimeter Umfang verloren haben sollte. Ich wurde gebeten mal einen Blick in den Spiegel zu werfen, ob ich schon einen Unterschied bemerken würde. Dem war aber absolut nicht so. Man hätte mir also sonst was erzählen können, ich habe nichts gesehen oder gemerkt. Ich bekam dann noch einen Haufen Tipps für die nächsten Tage (welches Essen, wie viel davon, viiieeel trinken, viel mehr als sonst, …), mir wurde die Collagen-Dusche noch einmal angepriesen (danke, aber ich habe Panik in engen Räumen) und einige Produkte erwähnt, die man zur Unterstützung kaufen könnte. Ich hatte aber ehrlich gesagt nicht vor, Geld auszugeben, da ich als Studentin einfach nicht genug Kleingeld für die recht teuren Cremes und Wässerchen habe. Allerdings bin ich nicht ganz ohne schlechtes Gewissen von Dannen gezogen…

Ingesamt haben wir knapp 2 Stunden bei body point verbracht und wurden nach dieser Zeit noch sehr nett verabschiedet und durch den Hintereingang heraus gelassen. In den folgenden Tagen habe ich so viel Wasser getrunken wie noch nicht vorher und mich richtig gut gefühlt. Ansonsten habe ich von der Fettzellenentleerung aber auch rein gar nichts gemerkt. Trotz abgespeckter Ernährung, trotz über 3 Litern Wasser pro Tag hat sich weder am Umfang noch am Gewicht irgendetwas getan. Der gemessen Umfangsverlust kann genau so gut ein Messfehler sein, da es unmöglich ist, sich bei der zweiten Messung ganz genau so hinzustellen wie bei der ersten Messung bzw. das Maßband an genau die gleichen Stellen zu setzen. Auch könnte ich nicht behaupten, dass irgendwelche Hosen weiter sitzen würden als vorher. Allerdings bin ich sowieso von Natur aus ein sehr skeptischer, hinterfragender Mensch und glaube fast nichts, was sich nicht wirklich beweisen lässt. Und nur weil meine Wahrnehmung mir sagt, dass die Fettzellenentleerung nichts bringt, heißt das ja nicht, dass es tatsächlich bei jedem so sein muss.

In diesem Sinne, es war eine nette Erfahrung diese Behandlung mal testen zu dürfen, die normalerweise 199€ kostet, ich würde es aber nicht nochmal machen und bin einigermaßen enttäuscht.

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